Sanierung

Sanierung von HeizkesselnDer Heizkessel ist das Herz eines jeden Heizungssystems. Umso wichtiger ist es folglich, dass dieser möglichst effizient arbeitet, denn anderenfalls “verheizt” man im wahrsten Sinne des Wortes unnötig viel Geld. Vor allem in älteren Häusern sind viele Modelle nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung beziehungsweise ein Austausch ist aber durchaus lohnenswert, vor allem wenn man sich verschiedene Statistiken zu den Rohstoffen Gas und Heizöl anschaut – beide Rohstoffe dominieren den deutschen Markt bereits seit Jahrzehnten.

Immer noch viele veraltete Geräte in deutschen Haushalten

Offiziellen Angaben des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (kurz: BDH) zu Folge liegt die Modernisierungsquote in Deutschland bei gerade einmal 3 Prozent. Das ist zu wenig, wenn man berücksichtigt, dass mehr als 2,5 Millionen Heizkessel in deutschen Haushalten älter als 25 Jahre sind. Von den insgesamt mehr als 21 Millionen Wärmeerzeugern sind das immerhin mehr als 10 Prozent. Folglich besteht dringender Modernisierungsbedarf, der sich vor allem bei alten Heizkesseln schon kurzfristig rentieren kann. Halten die aktuellen Modernisierungen Schritt, könnten schon im Jahr 2030 viele Kessel mehr als 30 oder 40 Jahre alt sein. Im Winter muss man dann unnötig drauf zahlen, vor allem wenn ein größeres Haus oder eine entsprechend weitläufige Wohnung beheizt werden.

Warum lohnt sich die Sanierung oder ein Austausch?

Die Sanierung oder der Austausch ist aus mehreren Gesichtspunkten lohnenswert. So ist die Schadstoffabsonderung bei neueren Geräten nicht mehr ganz so stark wie bei alten Modellen. Niedertemperatur-Kessel galten vor mehr als zwei Jahrzehnten noch als das Nonplusultra, mittlerweile bestimmt aber die Brennwerttechnik den Markt. Ein großer Vorteil liegt bei diesen unter anderem in dem Umstand, dass sie in der Anschaffung nicht zwingend teuer sein müssen, wobei sich die Kaufpreise je nach Größe natürlich unterscheiden können. Für einen direkten Vergleich, lohnt es sich, sich einmal die genauen Werte vor Augen zu führen.

So arbeitet die Niedertemperaturtechnik mit einer Abgastemperatur von etwa 160 Grad Celsius, bei der Brennwerttechnik beträgt diese nur noch rund 40 Grad Celsius – das kommt der Umwelt zu Gute. Weiterhin verarbeitet die Brennwerttechnik das Kondensat wesentlich besser. Besonders beim Erdgas zeigen sich die Unterschiede in einer sehr deutlichen Form. Abgasverluste betragen bei der Niedertemperaturtechnik etwa 6 Prozent sowohl beim Heizöl als auch Erdgas. Dazu kommt die nicht genutzte Kondensationswärme, welche sich bei Heizöl auf 6 Prozent und bei Erdgas auf etwa 11 Prozent beziffert. Insgesamt gehen durch die Niedertemperaturtechnik beim Heizöl also 12 Prozent und beim Erdgas sogar 17 Prozent der Energie in den Abgasen verloren.

Bei der Brennwerttechnik sieht dieser Umstand schon ganz anders aus. Die nicht genutzte Kondensationswärme beziffert sich bei beiden Rohstoffen nur noch auf etwa 0,5 Prozent, auch die Abgasverluste sind beim Erdgas und Erdöl gleichermaßen auf 0,5 Prozent festgelegt. Das Resultat ist damit leicht zu errechnen: es treten nur noch Abgasverluste von etwa 1 Prozent auf. Die Differenz zwischen den 12 Prozent beim Heizöl und den 17 Prozent beim Erdgas zur Niedertemperaturtechnik entspricht also einer unmittelbar verbesserten Energieeffizienz.

Verdeutlichung der Ersparnis anhand von reellen Werten

Möchte man diesen Umstand einmal in die Praxis rechnen, könnte man als Beispiel von einem Einfamilienhaus mit einer Fläche von 125 m² , einer adäquaten aber nicht herausragenden Dämmung und einem Heizenergieverbrauch vor der Modernisierung von 19.000 kWh ausgehen. Der Standard-Heizkessel mit Erdgas als Rohstoff verbraucht 128 kWh/m² pro Jahr, was bei den durchschnittlichen Erdgaspreisen der letzten Jahre zu etwa 3.050 Euro Energiekosten jährlich führt. Wer sich nun einen Gas-Brennwertkessel für rund 7.700 Euro anschafft, verbraucht pro Quadratmeter nur noch 101 kWh und gibt für Heizenergie damit nur noch rund 2.390 Euro aus. Die Ersparnis von etwa 660 Euro jährlich würde zu einer Amortisation innerhalb von 7 Jahren führen.