Abgastemperatur

Bei zu hoher oder zu niedriger Abgastemperatur muss der Fachmann ran.Für Verbraucher ergeben sich spätestens bei einer notwendigen Modernisierung zahlreiche Fragen. Unterschiedliche Modelle, mit verschiedenen Rohstoffen angetrieben und teilweise differenzierenden Techniken im Hintergrund, machen die Entscheidung nicht immer leicht. Die Abgastemperatur wird in einem Verkaufsgespräch mit dem Experten selten erwähnt. Sie ist aber wichtig, denn sie beeinflusst in direkter Art und Weise die Effizienz des Heizkessels und kann sich zudem positiv oder negativ auf damit verbundene Anlagen auswirken  allen voran dem Schornstein.

Was genau ist die Abgastemperatur?

Wie der Name schon deutlich vorgibt, handelt es sich bei der Abgastemperatur um die reale Temperatur der ausgestoßenen Abgase von einem Heizkessel. Zudem wird der Begriff noch in Zusammenhang mit Gasturbinen oder Verbrennungsmotoren verwendet. Entscheidend ist die Abgastemperatur deshalb, weil sie mit der Verlustleistung von einem Heizkessel korreliert. Auch das lässt sich relativ einfach erklären. Besitzen die Abgase, wenn sie den Schornstein erreichen, immer noch eine sehr hohe Temperatur, ist das nichts anderes als verlorene Energie. Schließlich ist das übergeordnete Ziel, dass Wärme letztlich im Haushalt bei den Verbrauchern landet. Geht diese hingegen über den Schornstein verloren, wurden die Rohstoffe letztlich ineffizient genutzt.

Warum ist die Abgastemperatur so wichtig?

Betrachtet man die Effizienz vom eigenen Heizkessel, muss man die Abgastemperaturen zwingend mit einbeziehen. Das geht jedoch nicht pauschal, denn unterschiedliche Techniken arbeiten mit variierenden Leistungen. Wer seinen Heizkessel mit der modernen Brennwerttechnik betreibt, wird zwangsweise auch einen niedrigeren Wert bei den Abgastemperaturen erreichen, als beispielsweise ein Niedertemperaturkessel. Das liegt allein schon daran, dass die Abgase vom Brennwertkessel wiederverwendet werden  schließlich ist das sein Merkmal, welches ihn von anderen Heizkesseln abhebt. Mit der Brennwerttechnik lässt sich eine Effizienz von Rohstoff zu Heizleistung von etwa 98 Prozent erzielen. In der Theorie kann diese sogar etwa 110 bis 120 Prozent erreichen, wobei sich dieser Wert natürlich nicht in die Realität übertragen lässt, da nicht mehr Wärme gewonnen werden kann, als ein Rohstoff mögliche Energie besitzt.

Die Abgastemperatur spielt weiterhin eine Rolle, wenn der Schornstein erhalten werden muss. In vielen Fällen darf die Abgastemperatur nicht zu niedrig ausfallen, da sonst die Gefahr droht, dass der Schornstein versottet, weil diese hier “hängen” bleibt und nicht in ausreichender Form aufsteigt. Wenn der Heizkessel dauerhaft niedrige Abgastemperaturen erzielt, müsste der Schornstein ausgetauscht werden. Teflon und Polypropylen-S empfehlen sich speziell für niedrige Abgastemperaturen. Zu berücksichtigen ist das Verhältnis zwischen dem Schornsteinmaterial und der Abgastemperatur vor allem dann, wenn eine Anlage nachhaltig modernisiert wird, der alte Schornstein aber schon besteht. Anpassungen sind dann mitunter unumgänglich und müssen direkt vom Schornsteinfeger oder vom Fachmann, der auch die Heizanlage installiert, umgesetzt werden.

Gründe für zu hohe oder zu niedrige Abgastemperaturen

Besitzen die vom Heizkessel ausgestoßenen Abgase eine zu hohe oder eine zu niedrige Temperatur, dann kann das verschiedene Gründe haben. Zu hohe Temperaturen jenseits der 180 Grad Celsius deuten oftmals auf einen verrußten Heizkessel hin, dann wird zwingend eine Reinigung erforderlich. Sie können aber auch das Ergebnis eines besonders leistungsstarken Brenners sein, welcher zudem noch über seinem Idealrichtwert arbeitet. Er müsste dann neu kalibriert werden, da eine dauerhafte Über- oder Unterschreitung der Brennleistung zu einem Verlust des Garantieanspruches führt. Ist der Schornsteinzug zu hoch oder existieren bauliche Fehler, können sich Abgase stauen und gegenseitig erwärmen. Dann müsste dieser umgebaut werden.

Bei zu niedrigen Abgastemperaturen ist meist ein falsch kalibrierter Heizkessel samt Brenner schuld, wodurch es zu einem Luftüberschuss kommt. Eine zu geringe Leistung des Brenners bei einem zeitgleich zu großen Heizkessel ist ein weiterer häufiger Grund. Das sollte aber nicht vorkommen, wenn beides vom Fachmann gekauft und installiert wurde  anderenfalls gilt es hier zu reklamieren. Eine zu kleine Düse im Verhältnis zur Gebläseleistung führt ebenfalls zu zu niedrigen Abgastemperaturen. Dann müsste eine neue Düse erworben und eingebaut werden.