Was ist ein Brennwertkessel?

BrennwertkesselDurch die Volatilität an den Rohstoffmärkten sowie die stetig steigenden Abgaben auf Energieträger wird das Heizen hierzulande immer kostspieliger. Mit Hilfe der richtigen Brennwerttechnik lässt sich diesem Trend aber effektiv entgegenwirken, denn moderne Brennwertkessel tragen dazu bei, jährlich bis zu 10 Prozent Energiekosten zu sparen.  Dementsprechend steigt auch hierzulande die Nachfrage nach energieeffizienten Wärmeerzeugern, die durch Maßnahmen der Politik weiter befeuert wird.

Was ist ein Brennwertkessel?

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Brennwertkessel um einen speziellen Heizkessel für Warmwasserheizungen, der technisch dahingehend optimiert ist, den gegebenen Energiegehalt eines Brennstoffs wie Gas, Erdöl oder Holz nahezu vollständig auszunutzen. Diese Brennwertkessel unterscheiden sich von herkömmlichen Wärmeerzeugern, indem sie nicht nur die primäre Verbrennungshitze der verwendeten Energieträger nutzen, sondern darüber hinaus auch die im entstehenden Wasserdampf gespeicherte Energie, die bei normalen Heizsystemen ungenutzt über den Schornstein in die Luft entweicht. In der Praxis werden die Verbrennungsabgase in einem Brennwertkessel zunächst heruntergekühlt, sodass der darin enthaltenen Wasserdampf kondensiert, wodurch in der Folge weitere Wärmeenergie freigesetzt wird. Die Höhe des Einsparpotenzials hängt dabei von der Wasserstoffkonzentration im zugrundeliegenden Brennstoff ab und liegt typischerweise zwischen 3 und 10 Prozent.

Wann lohnt sich die Anschaffung eines Brennwertkessels?

Das im Jahr 2015 in Kraft gesetzte EU-weite Produktionsverbot für ineffiziente Niedertemperatur-Heizkessel führt dazu, dass nach dem Abverkauf der Lagerbestände ausschließlich noch effiziente Brennwertkessel erhältlich sind. Wer sich also gerade damit befasst, ein Eigenheim zu planen, sollte in jedem Fall direkt auf die effiziente Brennwerttechnik setzen, um doppelte Kosten für eine spätere Aufrüstung zu sparen. Ein wenig anders gestaltet sich die Situation, wenn bereits konventionelle Brenntechnik verbaut ist, denn im Gegensatz zu schottischem Whisky, steigen Wert und Qualität einer Heizungsanlage nicht mit zunehmendem Alter. Daher ist es ratsam, ältere Heizkessel, die sich bereits seit über 15 Jahren im Betrieb befinden, gegen effizientere Modelle auszutauschen. Ratsam ist dies nicht nur aufgrund der potenziellen Energieersparnis, sondern auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Verschärfung der Emissionsgesetzte, die Eigentümer beim Überschreiten von Abgasgrenzwerten ohnehin dazu verpflichten, vorhandene Heizkessel kostspielig aufzurüsten.

Wie kann ein Brennwertkessel optimal ausgenutzt werden?

Wichtigste Voraussetzung für die optimale Ausnutzung eines energieeffizienten Brennwertkessels ist eine möglichst niedrige Rücklauftemperatur des Wassers, das aus den Heizkörpern zurück in den Heizkessel gelangt, da nur so die Abgase energetisch bestmöglich verwertet werden können. Grundlegend für diese Optimierung ist eine möglichst geringe Vorlauftemperatur, die sich in Neubauten leicht durch gute Wärmeisolierung und eine entsprechende Dimensionierung der verbauten Heizkörper erreichen lässt. Die optimale Ausnutzung eines modernen Brennwertkessels ist jedoch auch in Altbauten oder teilrenovierten Gebäuden möglich, indem beispielsweise Heizungsrohre nachträglich fachgerecht gedämmt und voreinstellbare Thermostatventile verbaut werden. Darüber hinaus gehört zur Optimierung auch ein sogenannter hydraulischer Abgleich, der durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden sollte, und sicherstellt, dass sich das Wasser gleichmäßig im Heizsystem verteilt, ohne, dass die Heizkörper über- oder unterversorgt sind.